Allmen und die Libellen : Roman

Suter, Martin, 2011
Gemeindebücherei Heiligenbrunn
Verfügbar Nein (0) Titel ist in dieser Bibliothek derzeit nicht verfügbar
Exemplare gesamt 1
Exemplare verliehen 1 (voraussichtl. bis 08.05.2026)
Reservierungen 0Reservieren
Medienart Buch
ISBN 978-3-257-06777-4
Verfasser Suter, Martin Wikipedia
Systematik DR - Romane, Erzählungen, Novellen, Krimi, Thriller
Schlagworte Ermittlerduo, Wiederbeschaffung, Serienkrimi
Verlag Diogenes-Verl.
Ort Zürich
Jahr 2011
Umfang 194 S.
Altersbeschränkung keine
Sprache deutsch
Verfasserangabe Martin Suter
Annotation Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html);
Autor: Hannes Preßl;
Vom reichen Erben bis zum Trickbetrüger und Kunstdetektiv. (DR)

Johann Friedrich von Allmen ist auf Grund eigener Misswirtschaft und kostspieliger Imponiersucht verarmt, pflegt aber nach außen den Stil eines reichen Adeligen.
Nachdem er alle Stücke aus seinem Erbe verkauft hat, beginnt er kostbare Gegenstände zu stehlen, um sie teuer zu verkaufen. Nach einer Nacht mit einer steinreichen Opern-Bekanntschaft findet Allmen durch Zufall fünf sündhaft teure Jugendstilschalen mit darauf abgebildeten Libellen. Schließlich stiehlt Allmen die gesamte Sammlung und kommt dadurch einem groß angelegten Versicherungsbetrug seines ehemaligen Schulkollegen auf die Schliche. Kurz darauf ist er in Lebensgefahr. Mit Raffinesse liefert er den Betrüger der Polizei aus und kassiert einen astronomisch hohen Finderlohn. Damit tilgt er alle Schulden und lebt weiterhin auf großem Fuß.
Die Wandlung vom verarmten Millionärssohn über den gerissenen Trickdieb zum ambitionierten Kunstdetektiv klingt wie ein Märchen, hat aber ihre reizvollen Momente. Dies ist kein Buch für Freunde anspruchsvoller Literatur, eher für LeserInnen, denen nach einer netten, harmlosen Unterhaltung ist.

----
Quelle: LHW.Lesen.Hören.Wissen (http://www.provinz.bz.it/kulturabteilung/bibliotheken/320.asp);
Autor: Michael Patreider;
Der Schweizer Autor müsst eigentlich gar nicht mehr vorgestellt werden, sind seine Bücher doch bei Erscheinen stets unter den Top Ten der Bestsellerlisten zu finden. Das war bei seinem neuen, auf eine Krimiserie angelegten Buch nicht anders. Die Geschichte um den Bohemien und Dandy J. F. v. Allmen liest sich denn auch angenehm und auf bekannt suterischem Niveau. Zwar scheinen einzelne Begebenheiten etwas unglaubwürdig, die Figuren sind aber scharf gezeichnet und die Geschichte um fünf wertvolle Liberty-Schalen aus handgeblasenem Glas zeugt von einem erlesenen Kunstsinn.

----
Quelle: Pool Feuilleton;
Was ist zuerst da, die kriminelle Energie, die einen kriminell guten Lebensstil ermöglicht, oder der gepflegte Lebensstil, der in die Kriminalität mündet?
In der fiktionalen Welt Martin Suters jedenfalls gibt es einen starken Zusammenhang zwischen Wirtschaft, Erfolg und Kriminalität, wie er in Tausenden Business-Glossen unermüdlich dargestellt hat. So ist es fast logisch, dass der Autor sich für skurrile Erzählungen jetzt einen Helden aufgebaut hat, der Tag und Nacht im halbseidenen Milieu des Geldes herum rudert.
Allmen führt letztlich einen primitiven Namen, der bohrend darauf hindeutet, dass die Vorfahren einmal auf den Almen gelebt haben. In diesem Gefühl aus Minderwertigkeit und Sehnsucht nach Luxus hat sich der Lebemann fein in der Gesellschaft eingerichtet, seine Hauptleistung besteht ja wohl darin, Erbe zu sein und einen feinen Lebensgeschmack zu entwickeln.
Als Leser segelt man nun an der Hand dieses versnobten Kultur-Guides durch Schlafzimmer, edle Stoffe, Restaurants und Kulturgegenstände. Man darf ein Bonvivant sein, ohne sich um Moral oder Wahrscheinlichkeit Gedanken machen zu müssen. In einer Orgie dekadenten Lebensstils werden alle Gegenstände in Anwendung gezeigt, die sonst nur in Nobelmeilen in der Innenstadt teurer Städte angepriesen werden.
Wem diese schaurig sinnlose Konsum-Tour zu wenig ist, der darf sich auf das Pony einer Kriminalstory setzen und eine Runde reiten.
Allmen nämlich stiehlt während einer nächtlichen Begattung im Luxusdesign fünf wertvolle Jugendstilschalen, die er teils mit transzendentem Blick begutachtet, teils einfach in Frottee wickelt und zu Geld machen will. Aber er staunt nicht schlecht, als sich heraus stellt, dass diese Schalen selbst schon einmal gestohlen worden sind, und dass in höheren Kreisen Kunstgenuss immer Kunstklau bedeutet.
Selbst die Aufklärung dieser edlen Verbrechen strotzt oft noch von Wollust und Kunstgenuss.
"Ich war verliebt. Ja. Verliebt in fünf Glasschalen. [] Ich konnte dieses Vergnügen mit keinem Menschen teilen. Es war eine einsame Leidenschaft. Aber das hat mir nichts ausgemacht. Im Gegenteil: Genau darin bestand der Reiz der Sache. Es war etwas, das mir ganz allein gehörte. Sie haben einen dieser Menschen vor sich, die unverkäufliche, weil gestohlene Kunstwerke horten. Ausschließlich zu ihrem privaten, persönlichen unteilbaren Vergnügen." (154)
Martin Suters Business-Krimi erweckt im Leser das gleiche Gefühl wie bei seinen Glossen. Einerseits möchte man wissen, wie diese Typen ticken, die sich den Kapitalismus unter den Nagel gerissen haben, andererseits ist man von deren Hohlheit ziemlich angewidert und so lässt man jeden Nachahmungstrieb vorzeitig fahren. Irgendwie ein Konsumtrottel-Kritiker-Roman.
Helmuth Schönauer

Leserbewertungen

Es liegen noch keine Bewertungen vor. Seien Sie der Erste, der eine Bewertung abgibt.
Eine Bewertung zu diesem Titel abgeben